Wie bei Multipler Sklerose die Gehirngesundheit bestmöglich erhalten werden kann

Zeit ist kostbar

Bei der Behandlung von MS ist Zeit ein entschei- dender Faktor für den Schutz des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Foto: djd/Sanofi/Sunny Images – stock.adobe.com

Zeit kann bei der Behandlung von Krankheiten ein entscheidender Faktor sein. So zählt etwa bei einem Schlaganfall jede Minute, um dauerhafte Gehirnschäden zu verhindern. Bei der Multiplen Sklerose geht es zwar nicht um Minuten – aber auch hier gilt es, das zentrale Nervensystem und insbesondere das Gehirn durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung zu schützen. Denn entgegen häufiger Annahmen können die Entzündungs- und damit Zerstörungsprozesse auch dann voranschreiten, wenn sich nach außen gerade keine Symptome oder Schübe zeigen.

Bei MS-Verdacht schnell zum Neurologen

Eine Gruppe internationaler Experten hat deshalb die „Brain Health“-Richtlinie mit aktuellen Empfehlungen zum Management der MS erarbeitet. „Konkret wollen wir für eine frühzeitige Diagnose der MS sorgen und dafür, dass rasch eine effektive Therapie eingeleitet wird. Es muss sich ein regelmäßiges Monitoring anschließen, damit im Bedarfsfall rechtzeitig reagiert und beispielsweise ein Wechsel auf eine effizientere Therapieform realisiert werden kann“, erklärt Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, Leiter des Multiple-Sklerose-Zentrums am Universitätsklinikum Dresden, auf dem Internetportal www.ms-persoenlich. de. Besteht der Verdacht auf MS, sollte zeitig ein Neurologe aufgesucht werden. Betroffene sollten auch nach einer MRT- Untersuchung fragen, mit der sich MS heute deutlich früher diagnostizieren lässt als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Der Patient spielt eine zentrale Rolle

Mit modernen Wirkstoffen ist es möglich, den Verlauf der MS zu verlangsamen, die Zahl der Schübe zu senken und Behinderungen hinauszuzögern. Auch kann der Übergang vom schubförmigen in einen chronischprogredienten (fortschreitenden) Verlauf verzögert werden. Doch es geht nicht nur um die medikamentöse Behandlung, wie Prof. Ziemssen betont: „Das Ziel ist vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz. Dabei spielt der Patient selbstverständlich eine zentrale Rolle.“ MS-Betroffene müssten wissen, wie sie mit einer gesunden Lebensführung zu ihrer Gehirngesundheit beitragen könnten. „Dazu gehört auf jeden Fall der Verzicht auf das Rauchen sowie eine vernünftige Ernährung und regelmäßige Bewegung“, so der Experte. Außerdem wichtig: Medikamente konsequent einnehmen, alle Kontrolltermine wahrnehmen und bei Schüben oder Verschlimmerungen den behandelnden Neurologen aufsuchen. „Menschen mit MS haben eine nahezu normale Lebenserwartung. Man muss alles dafür tun, die Hirngesundheit und damit auch die geistige Leistungsfähigkeit und Regsamkeit möglichst bis ins hohe Alter zu erhalten.“

Die Gehirngesundheit fördern

In der Zeitschrift ms persönlich und auf der gleichnamigen Website gibt es viele Infos für MS-Betroffene. Nützlich sind auch diese Tipps aus dem Leitfaden Gehirngesundheit für Menschen mit Multipler Sklerose:

  • Körperlich aktiv bleiben: Sport fördert die Verarbeitung von Informationen und den Erhalt von Hirnvolumen.
  • Übergewicht vermeiden: Fettleibigkeit fördert Entzündungsreaktionen.
  • Geistig aktiv bleiben: Bildung, Hobbys und Kreativität können vor kognitiven Beeinträchtigungen schützen.
  • Nicht Rauchen: Rauchen kann den Krankheitsverlauf beschleunigen.
    Alkoholkonsum mäßigen.
  • Krankheiten konsequent behandeln: Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen können den MS-Verlauf negativ beeinflussen.
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